Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Justiz
Gericht
Weltumsegelung

    Osnabrück (ots) - Genau richtig

    Als der 17-jährige Brite Mike Perham am Donnerstag von seiner Weltumseglung heimkehrte, berichtete er von 15 Meter hohen Wellen, Orkanen und technischen Problemen, denen er mutterseelenallein auf dem Ozean ausgeliefert war.

    Einen Tag später hatte gestern ein niederländisches Familiengericht darüber zu entscheiden, ob es ein vier Jahre jüngeres Mädchen zu einem ähnlichen Abenteuer aufbrechen lässt. Da hätte ein "Ja" ohne jede Einschränkung wohl nicht nur bei den klagenden Kinderschützern für Kopfschütteln gesorgt. Man stelle sich vor, dem Mädchen wäre dann etwas zugestoßen.

    Mit ihrem entschiedenen "Ja, aber" lag die Richterin genau richtig. Die 13-jährige Laura Dekker wird allein um die Welt segeln dürfen, aber nur, wenn ihr Ende Oktober eine Kinderpsychologin bescheinigen sollte, dass sie ihrem Traum psychisch und körperlich gewachsen ist. Laura wird dann 14 sein und sich womöglich über ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk freuen.

    Der Anwalt ihrer Familie freute sich gestern schon und feierte das Urteil von Utrecht wie einen Sieg. Populistische Argumente wie "Sie wurde auf einem Boot geboren, sie hat Salz im Blut" hätte er sich und seinen Mandanten allerdings besser erspart. Oder hat etwa jeder, der im Krankenhaus geboren wurde, das Zeug zum Herzchirurgen?

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Neue Osnabrücker Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: