Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen
Deutsche Bahn
Datenaffäre

    Osnabrück (ots) - Radikaler Frühjahrsputz

    Kehraus mit dem eisernen Besen: Die ganze Wahrheit über die rechtswidrige und massenhafte Ausspähung von Daten und E-Mails bei der Bahn-Belegschaft fegt nach Konzernchef Hartmut Mehdorn auch drei Vorstände mitsamt einem Dutzend führender Mitarbeiter aus dem Amt. Zu Recht. Nur ein Frühjahrsputz der radikalen Art bringt den sauberen Schnitt, den Mehdorn-Nachfolger Rüdiger Grube zwingend braucht. Dem System Mehdorn, das sich aus Misstrauen, Kontrollzwang und Spitzelei speiste, muss Offenheit folgen - und Ruhe. Die aber schafft der Neue im Führerstand nur mit Zugbegleitern seines Vertrauens.

    Die großen Qualitäten des Unternehmers Mehdorn sollte keiner kleinreden. Beim Datenschutz gab es dagegen krasse Defizite. Der gesamte E-Mail-Verkehr der Bahn wurde von 2005 bis Mitte 2008 permanent gefilzt, weil das Unternehmen große Teile seiner Angestellten unter Generalverdacht der Korruption stellte. Über die Einhaltung von Gesetzen und Unternehmensregeln soll nun ein eigenes Vorstandsressort wachen. Auch das ist ein Signal.

    Der Totalumbau ist nicht billig für die Bahn. Zwei Jahresgehälter bekommen Vorständler nach Aufhebung ihrer Verträge, hieß es. Immerhin bringen sie dafür Gegenleistung. Sie stehen dem neuen Vorstand beratend zur Verfügung - kostenlos. Was aber wird aus dem ganz großen Ziel von Mehdorn, dem Börsengang der Bahn? Abgeblasen ist er nicht, aber in weiter Ferne.

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