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Neue OZ: Kommentar zu Protesten in Köln

    Osnabrück (ots) - Ein Gewinn

    Es gibt viele Gründe, Deutschland als eine großartige Heimat anzusehen. Einen unterstrichen die Kölner am Wochenende eindrucksvoll: Wo Neonazis gegen Minderheiten und Ausländer hetzen, stellt sich die Mitte der Gesellschaft geschlossen gegen die braunen Umtriebe. Es mag in einigen Regionen nicht in dieser Deutlichkeit gelten: Weltoffenheit und Toleranz sind jedoch zu unumstößlichen Grundwerten geworden, die diesem Land mit seiner verheerenden Geschichte gutgetan haben.

    Dies gilt auch beim Wandel des Staates hin zu einem Einwanderungsland. Bundeskanzlerin Merkel hat ohne Abstriche recht, wenn sie diejenigen Gesellschaften in Zeiten der Globalisierung als am erfolgreichsten bezeichnet, die Zuwanderung als Gewinn ansehen. Das bedeutet zugleich nicht, dass vor Problemen die Augen verschlossen werden dürfen. Im Gegenteil: Das Thema Integration zu einem Schwerpunkt der Innenpolitik zu erklären war ein notwendiger Schritt. Denn um die Chancen der Zuwanderung optimal zu nutzen, müssen klare Spielregeln aufgestellt und eingehalten werden. Klassische Einwanderungsländer wie die USA oder Kanada lenken über Auswahlverfahren die Zuwanderung und verfügen schon lange über Einbürgerungstests, die in Deutschland erst in geraumer Zeit gelten und noch immer umstritten sind. Von Zuwanderern das Erlernen der Sprache, ein Bekenntnis zur Verfassung und wirtschaftliche Eigenständigkeit einzufordern, sollte jedoch eine Selbstverständlichkeit sein.

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