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Neue OZ: Kommentar zu Prozesse
Terrorismus
Sauerland-Gruppe

    Osnabrück (ots) - Deutscher Dschihad

    Der Prozess gegen die Sauerlandgruppe wirft ein Schlaglicht auf ein verstörendes Phänomen: Der islamistische Terrorismus ist längst mitten in unserer Gesellschaft angekommen. Der deutsche Dschihad ist keine Erfindung geifernder Sicherheitspolitiker, wie Kritiker gerne abwiegeln. Es gibt ihn. Fritz Gelowicz und Co. waren keine Austauschstudenten oder importierte Attentäter. Zwei deutsche Konvertiten, die als Jugendliche zum Islam fanden, und zwei türkischstämmige Männer wollten in ihrer Heimat ein Inferno anrichten. Und die hausgemachte Gefahr ist mit ihrer Festnahme leider nicht gebannt.

    Die Ulmer Terroristen-Szene, in der die Sauerländer wurzelten, ist weiter aktiv - auch wenn es das dortige Islamische Informationszentrum als Sammelbecken nicht mehr gibt. Mindestens ein halbes Dutzend Fanatiker aus dem Umfeld Gelowicz' setzten sich in ausländische Terrorlager ab, andere Ulmer tauchten in eine der rund hundert als radikal geltenden Moscheen in Deutschland ab. Die gute Nachricht ist, dass die Ermittler das Netzwerk der deutschen Terroristen fest im Visier haben, wie gerade der Sauerland-Fall belegt. Aus dem Zugriff vor gut eineinhalb Jahren haben Behörden und Politik zudem weitere Lehren gezogen, so- dass die Terroristen-Jäger heute besser denn je gerüstet sind.

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