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Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit
Jugend
Alkohol

    Osnabrück (ots) - Schlechtes Timing

    Einen Tag bevor in Osnabrück Tausende von Karnevalisten den Ossensamstag feiern, macht die Staatsanwaltschaft eine Anklage gegen sieben Schüler öffentlich, bei deren Party sich drei junge Menschen bis zur Alkoholvergiftung haben volllaufen lassen. Wer da an einen Zufall glaubt, der muss sich schon eine gehörige Portion Naivität bewahrt haben.

    Vielmehr liegt der Verdacht nahe, dass hier das berühmte Exempel statuiert werden soll. Zumal eins jedem klar sein muss, dessen Jugend noch nicht allzu weit zurückliegt: Was da in einem Bad Rothenfelder Schützenhaus passiert ist, kommt an jedem Wochenende auf unzähligen privaten Feiern vor. Das macht es selbstverständlich nicht besser. Sicher hätten die fünf Mädchen und zwei Jungen noch gewissenhafter aufpassen sollen. Aber sie dafür auf der Anklagebank büßen zu lassen ist übertrieben. Für sie sollten andere Maßstäbe gelten als für einen professionellen Wirt.

    Dass sich die Schüler jetzt fühlen wie im falschen Film, ist also nachzuvollziehen. Gerade jetzt hätten sie anderes zu tun, als mit Anwälten über ihre Verteidigungsstrategien zu sprechen. Im April stehen die Abiturprüfungen an. Wenn die Staatsanwaltschaft also schon zwingenden Handlungsbedarf sieht, so hätte man ihr wenigstens ein glücklicheres Timing gewünscht.

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