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Neue OZ: Kommentar zu USA
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    Osnabrück (ots) - Stilles Gesetz - einfach übertönt?

    Rückgabe geht vor: So lautet das stille Gesetz, wenn es um Museumsbilder geht, die auch nur im Verdacht stehen, ihren jüdischen Vorbesitzern während des Dritten Reiches abgepresst worden zu sein. Der dubiose Deal um zwei Meisterwerke Picassos zeigt nun jedoch, dass dieses stille Gesetz offenbar so still ist, dass es von laut vorgetragenen Interessenlagen global agierender Museen offenbar doch leicht übertönt werden kann.

    Während über die geforderte Rückgabe eines Bildes von Paul Klee aus dem Münchner Lenbachhaus wohl demnächst ein US-Gericht entscheiden wird, hat im Fall der Picassos offenbar vor allem das New Yorker Moma erfolgreich Druck machen können. Die Details der Abmachung zwischen Museen und Erben werden wohl nicht ohne Grund unter Verschluss gehalten. Auch wenn Bilder natürlich nicht auf jedes Verlangen hin einfach auszuhändigen sind, so hat die jüngste Picasso-Affäre doch der Sache einer Rückgabe von Raubkunst einigen Schaden zugefügt. Moralische Prinzipien scheinen sehr formbar zu sein - wenn, wie hier zu vermuten, der Geldbetrag stimmt oder ein Museum einfach zu mächtig ist.

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