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Neue OZ: Kommentar zu Aufhebung der Exkommunikation

    Osnabrück (ots) - Ein Rückschritt

    Die Entscheidung von Papst Benedikt XVI. trägt dazu bei, dass der Abstand vieler deutscher Katholiken zum Vatikan weiter wächst und auch Andersgläubige nur den Kopf schütteln können. Bezeichnend ist die Reaktion von Robert Zollitsch, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, zur Aufhebung der Exkommunikation: Seine Erklärung umfasst knappe vier Sätze; der Erzbischof betont das Festhalten an den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Diese dürren Zeilen lassen deutliche Distanz erkennen.

    Die Geste des Papstes mag gut gemeint sein als Versuch, durch Entgegenkommen eine dauernde Kirchenspaltung zu verhindern. Dennoch bleibt es unverständlich, warum Benedikt XVI. der winzigen Minderheit reaktionärer oder ultrakonservativer Traditionalisten mit einer Engelsgeduld entgegenkommt, die er bei reformbereiten Theologen auch früher schon vermissen ließ.

    Ärgerlich, ja skandalös ist, dass auch der Holocaust-Leugner Richard Williamson faktisch aufgewertet wird. Richtig: Die Aufhebung der Exkommunikation der Traditionalisten hängt zwar theologisch nicht mit der Leugnung des Holocaust zusammen. Dennoch stellt sich die Frage, wie jemand überhaupt ein Bischof sein kann, der die Vernichtung von Millionen Juden in Gaskammern leugnet.

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