Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu CSU
Kinderlärm

    Osnabrück (ots) - Das Grundanliegen der CSU ist aller Ehren wert: Kinder müssen toben, lachen, schreien dürfen - ohne dass der griesgrämige Nachbar sich gleich in seiner Ruhe gestört fühlt und zum Gericht rennt. Solche Auseinandersetzungen möchte man am liebsten gar nicht sehen.

    Allerdings dürfte es äußerst schwer fallen, eine juristische Regelung zu finden, die Klagen gegen Kinderlärm von vornherein ausschließt - und so haftet dem CSU-Vorstoß auch ein Hauch Populismus an. Wer sich in seinen Rechten verletzt fühlt - und das kann auch der sein, der unerträglichen Krach geltend macht - muss sich dagegen wehren können, so sieht es der Rechtsstaat vor. Entscheidend ist, wie die Richter in solchen Fällen urteilen. Und da muss es tatsächlich heißen: im Zweifel für die Kinder.

    Wichtiger als neue Gesetze wäre ein Bewusstseinswandel in unserer Gesellschaft, die noch immer nicht so kinderfreundlich ist, wie sie es sein sollte. Politisches Handeln indes ist kinderfreundlich, wenn es den Jüngsten tatsächlich nützt. Der Vorstoß der CSU tut dies immerhin, indem er eine notwendige Debatte wachhält.

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