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Neue OZ: Kommentar zu Kirchen
Weihnachten
Wirtschaft

    Osnabrück (ots) - Fromme Wünsche

    Weihnachten ist die Zeit der Wünsche - der kommerziellen und der frommen. Diesmal mahnten die Kirchen zu einer größeren Distanz zum Geld und dem Streben danach. Die Erfüllung wäre schön. Aber selten wurde die Rolle des Geldes so deutlich wie gerade jetzt, wo es an vielen Stellen fehlt. Die erst beginnende Krise zeigt, welche Folgen es hat, wenn der Kreislauf stockt. Ins Wanken gerät nicht nur die Welt von Wirtschaft, Regierung und Beschäftigten. Auch die sozialen Wünsche der Kirchen dürften aus diesem Grunde eher scheitern. Weil nun mal nicht jeder St. Martin heißt, wären sie letztlich nur erfüllbar, wenn das Christkind genug Geld zur Hilfe hat.

    Ein klares Bekenntnis zu diesem Zusammenhang hätte auch der EKD zu Weihnachten gut zu Gesicht gestanden. Denn sie hat neben ihrer berechtigten Mahnung zur Brüder- und Besinnlichkeit auch die Verantwortung, die Zuversicht in die Marktwirtschaft als das beste ökonomische System zu stärken, das die christliche Welt in gut 2000 Jahren hervorgebracht hat.

    Stattdessen übt der Ratsvorsitzende Huber plumpe, fast populistische Kritik an Deutsche-Bank-Buhmann Ackermann. Dabei sollte gerade ein Bischof den Sündenbock-Mechanismus und die Herkunft dieses sprachlichen Bildes doch kennen: Es ist dem Alten Testament entnommen, wo einem Tier die Sünden aller aufgeladen wurden. Eine ziemlich vorchristliche Verhaltensweise.

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