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Neue OZ: Kommentar zu Bildung
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Kinder

    Osnabrück (ots) - Kein Kinderkram

    Jeder versteht, dass ein Bauherr unsinnig handelt, der viel Geld in ein prächtiges Obergeschoss steckt, aber beim Fundament pfuscht. Doch im Umgang mit unseren Kindern hat sich diese Einsicht erst jüngst durchgesetzt. Da galten Gymnasien und Hochschulen als anspruchsvoll und wichtig, die Arbeit in Horten und Tagesstätten dagegen buchstäblich als Kinderkram. Kein Wunder, dass wir bei der frühkindlichen Betreuung nur Mittelmaß sind.

    Heute ist klar, dass ein Kind nicht erst dann zu lernen beginnt, wenn es die Schultüte im Arm hält. Besonders in den ersten Lebensjahren stellt das Gehirn entscheidende Verknüpfungen her. Doch Deutschland beginnt eben erst, aus dieser Erkenntnis auch die richtigen Schlussfolgerungen für Kleinkinder zu ziehen.

    So müsste mehr von frühkindlicher Bildung statt von Betreuung die Rede sein. Die Kleinsten lernen zwar gerade nicht, indem sie wie in der Schule aufmerksam auf ihren Stühlen sitzen. Aber sie begreifen und verstehen mit allen Sinnen. Sie brauchen also einen Ort, der ihnen Raum zum Ausprobieren gibt. Und sie benötigen Erzieher, die sie bei diesem aktiven Lernprozess anleiten. Der quantitative Ausbau der Betreuungsplätze ist also nur ein erster Schritt. Nun muss es darum gehen, kleine Gruppen und eine anregende Lernumgebung zu schaffen. Damit unsere Kinder ein sicheres Fundament haben.

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