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Neue OZ: Kommentar zu Somalia
Schifffahrt
Piraten

    Osnabrück (ots) - Groteske Luftnummer

    Wenn es noch eines Hinweises bedurft hätte, ob denn eine deutsche Beteiligung am EU-Militäreinsatz gegen somalische Seeräuber sinnvoll sei, dann ist der spätestens jetzt geliefert: Die groteske Luftnummer, dass die Passagiere eines deutschen Kreuzfahrtschiffes für die Passage durch den Golf von Aden aus Angst vor Piraten kurzerhand aufs Flugzeug umgesetzt werden, sagt alles über den Stand der Dinge.

    Und liegt voll im Trend: Schließlich lassen Großreedereien ihre Handelsschiffe wegen der Piratenplage schon seit Wochen nur noch auf der viel längeren und damit auch teureren Route ums Kap der Guten Hoffnung fahren, um die See vor Somalia zu meiden.

    Gegen diesen Trend will sich Exportweltmeister Deutschland - weltweit eines der Länder, deren Wohlstand am meisten von freien Seeverbindungen abhängt - mit sage und schreibe einer einzigen Fregatte stemmen. Mit einem Kuschel-Mandat zudem, das nicht vorsieht, die Piraten zu behelligen, solange die es nicht auf Kämpfe anlegen.

    Beschämend, dass sich Regierung und Bundestag noch nicht einmal zu einem solchen Mindest-Engagement pünktlich zum Auftakt des EU-Einsatzes durchgerungen haben. Dabei ist absehbar, dass die Piraten so schnell keine Ruhe geben werden und die EU bald nachlegen muss. Aber die hat jetzt immerhin einen Anfang gemacht.

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