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Coller-Capital-Umfrage: Private-Equity-Anleger rechnen mit Cyber-Angriffen

Coller-Capital-Umfrage: Private-Equity-Anleger rechnen mit Cyber-Angriffen
Michael Schad, Partner bei Coller Capital und Head of Investment Management (London). Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/58702 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Coller Capital"

London (ots) -

   - LPs glauben, dass sie ihre Renditen von Private-Equity-Anlagen 
     durch Änderung ihrer eigenen Strukturen und Prozesse steigern 
     könnten
   - Anlagechancen im Private-Equity-Sektor in Japan dürften sich 
     nach Einschätzung vieler LPs in nächster Zeit verbessern
   - Protektionismus wird von der Mehrheit der LPs als reales Risiko 
     für Private-Equity-Renditen betrachtet 

Mehr als die Hälfte der institutionellen Private-Equity-Anleger (Limited Partners, LPs) rechnet damit, innerhalb der nächsten fünf Jahre Ziel einer ernsten Cyber-Attacke zu werden, obwohl in den letzten Jahren nur einer von zwanzig LPs tatsächlich angegriffen wurde. Dies geht aus dem jüngsten Global Private Equity Barometer von Coller Capital hervor. Die zunehmenden Sicherheitsbedenken wirken sich auch auf die Beziehungen zwischen den LPs und ihren Fondsmanagern (General Partners, GPs) aus: Etwa die Hälfte der Anleger fordert, dass in den nächsten Jahren eine Beurteilung von Cyber-Risiken sowohl bei den GPs selbst als auch bei ihren Portfoliounternehmen vorgenommen wird.

Die meisten LPs räumen ein, dass ihre Private-Equity-Renditen durch Änderungen in ihren eigenen Organisationen gesteigert werden könnten:

   - Zwei Drittel der LPs glauben, dass Änderungen bei der 
     Rekrutierung von Personal und bei der Beschaffung zu höheren 
     Renditen führen würden.
   - Drei Fünftel denken, dass eine Neugestaltung ihrer 
     Investitionsentscheidungsprozesse die Renditen steigern würde.
   - Und die Hälfte ist der Ansicht, dass die Renditen durch 
     Änderungen an ihren Governance- und Managementstrukturen erhöht 
     werden könnten. 

Drei Viertel der Anleger glauben zudem, dass ihre Private-Equity-Programme durch die bessere Nutzung von Daten externer Anbieter optimiert werden könnten.

"Private Equity bleibt eine renditestarke Anlageklasse", so Jeremy Coller, CIO von Coller Capital. "Es zeigt sich jedoch, dass die Ergebnisse der Limited Partners stark davon abhängen, wie sie am Markt agieren. Investoren, deren Strukturen oder Beschaffungsmodelle nicht zeitgemäß sind, werden nicht in der Lage sein, die Private-Equity-Renditen für die Begünstigten der Fonds zu optimieren."

Michael Schad, Partner bei Coller Capital, merkt an: "Die Anlageklasse Private Equity ist weiterhin im Wachstumsmodus und die Renditen sind nach wie vor sehr stark. In einem insgesamt sehr positiven Marktumfeld ist es interessant zu sehen, dass LPs in den nächsten Jahren attraktive Investitionsmöglichkeiten unter anderem in Special Situations und Distressed Debt sehen - Marktbereiche, die von Volatilität und Problemen einzelner Unternehmen profitieren."

Chancen und Risiken

Die Anleger erwarten, dass sich die Aussichten für Private Equity sowohl kurz- als auch mittelfristig weltweit weiter verbessern werden. Die einzige Ausnahme ist der Private-Equity-Sektor in Nordamerika, dessen Aussichten kurzfristig als unsicherer eingeschätzt werden, was zum Teil auf Ungewissheit über mögliche steuerliche und regulatorische Änderungen sowie deren Folgen für den Sektor zurückzuführen ist. Der zuversichtliche Ausblick spiegelt die insgesamt positive Einschätzung der Anleger hinsichtlich der Aktienmärkte wider. Die Hälfte der LPs ist der Auffassung, dass sich das Verhältnis von Private Equity zu börsengehandeltem Beteiligungskapital in den nächsten Jahren zugunsten von Private Equity ändern wird - nur 6 Prozent der LPs gehen von einer entgegengesetzten Entwicklung aus.

Die optimistische Einschätzung der Limited Partners bedeutet aber nicht, dass sie blind gegenüber den Risiken der Anlageklasse sind. Neun von zehn LPs halten hohe Preise bei Investitionen für ein Risiko für die Private-Equity-Renditen - und weit mehr als die Hälfte (60 Prozent) sehen im Protektionismus eine echte Bedrohung.

Fast alle Anleger rechnen mit weiterhin guten Chancen für Private-Equity-Investitionen im Bereich der Fintechs; so gehen etwa zwei Drittel der LPs von einem weiteren Wachstum des Marktsegments aus. Die Aussichten für Blockchain-Anwendungen werden hingegen als weniger sicher eingeschätzt. Nur ein Viertel der LPs ist überzeugt, dass diese Technologie in den nächsten fünf Jahren gute Perspektiven für Private-Equity-Investitionen bietet.

Plattformstrategien dürften weiterhin die Unterstützung von Anlegern erhalten. Zwei Drittel der LPs geben an, dass der erkennbare Einsatz dieser Strategien die zunehmende Fähigkeit der GPs widerspiegelt, Wert durch operative Verbesserungen zu schaffen, indem sie ihren Portfoliounternehmen mehr als nur finanzielle Unterstützung geben und weniger auf die Exzesse eines überhitzten Marktes setzen.

Die Präferenzen der Anleger bei Investitionen im Energiesektor gehen regional stark auseinander, wobei LPs in Nordamerika Öl- und Gasinvestitionen gegenüber erneuerbaren Energien vorziehen und Investoren in Europa und Asien-Pazifik erneuerbare Energien gegenüber fossilen Energiequellen bevorzugen.

An den Kreditmärkten sind die Anleger besonders an Special Situations und Distressed Debt interessiert - drei Viertel der LPs erwarten, dass diese Strategien in den nächsten Jahren attraktive Chancen bieten.

Die meisten Limited Partners setzen weiterhin stark auf Private-Equity-Investitionen im asiatisch-pazifischen Raum, obwohl die bisherigen Renditen schwächer ausgefallen sind als in Nordamerika und Europa. Trotz des anhaltenden Engagements gibt mehr als die Hälfte der LPs an, bei der Wahl der GPs, Länder und Anlagestrategien in der Region selektiver vorzugehen.

Viele Limited Partners erwarten, dass sich durch die jüngsten Veränderungen im geschäftlichen und wirtschaftlichen Umfeld Japans in den nächsten drei Jahren mehr Chancen für Private Equity ergeben werden. Mehr als 70 Prozent der LPs in der Region Asien-Pazifik sind dieser Ansicht, ebenso wie mehr als zwei Fünftel der LPs in Nordamerika und Europa.

Beziehungen zwischen LPs und GPs

Obwohl die Hurdle-Rates, also der vereinbarte Minimalerfolg eines Fonds, nach Ansicht der meisten Anleger derzeit auf einem angemessenen Niveau liegen, wären zwei von fünf LPs unter bestimmten Umständen bereit, eine geringere Hurdle-Rate in Kauf zu nehmen - zum Beispiel als Reaktion auf Renditeänderungen oder wenn im Gegenzug andere Bedingungen des Fonds angepasst werden.

Die Transaktionsgebühren scheinen ein wichtiger, aber nicht entscheidender Faktor für die Fondsauswahl der LPs zu sein. Für Pensionsfonds hat das Thema offenbar die größte Bedeutung, wobei ein Drittel dieser Fonds Transaktionsgebühren als einen entscheidenden Faktor für neue Kapitalzusagen nennt.

Weitere Ergebnisse der Studie

Die Barometer-Ausgabe Sommer 2017 vermittelt außerdem einen Überblick über die Ansichten und Meinungen der Anleger zu folgenden Themen:

   - Private-Equity-Renditen der Anleger über die Laufzeit der 
     Portfolios
   - Künftige Höhe der Kapitalabrufe der GPs 

Hinweis an Redakteure

LPs (Limited Partners) sind Anleger in Private-Equity-Fonds. GPs (General Partners) sind Manager von Private-Equity-Fonds. Coller Capitals Global Private Equity Barometer ist eine einzigartige Momentaufnahme weltweiter Trends im Private-Equity-Bereich. Zweimal jährlich bietet es einen Überblick über die Pläne und Meinungen institutioneller Private-Equity-Investoren in Nordamerika, in Europa und in der Region Asien-Pazifik (einschließlich des Mittleren Ostens).

Für dieses neueste Barometer wurden im Frühjahr 2017 insgesamt 110 Private-Equity-Investoren aus aller Welt befragt. Die Ergebnisse des Barometers sind für die Gesamtheit der LPs im Hinblick auf Anlegerstandort, Art der investierenden Organisation, verwaltetes Gesamtvermögen und Zeitraum der Erfahrung mit Private-Equity-Anlagen global repräsentativ.

Über Coller Capital

Coller Capital, führender Akteur im Private-Equity-Sekundärmarkt, erwirbt Positionen in Private-Equity-Fonds sowie nicht börsennotierte Unternehmen von deren ursprünglichen Inhabern. Der Umfang der Einzelinvestitionen bewegt sich im Bereich von 1 Million US-Dollar bis über 1 Milliarde US-Dollar.

Die 1990 gegründete Firma hat ihren Hauptsitz in London sowie Niederlassungen in New York und Hongkong. Collers multinationales Investmentteam hat als weltweit größtes auf Sekundärmärkte spezialisiertes Team eine globale Präsenz.

Im Dezember 2015 platzierte die Firma den Fonds "Coller International Partners VII" mit Kapitalzusagen von 7,15 Milliarden US-Dollar von etwa 170 weltführenden institutionellen Anlegern.

Pressekontakt:

Volker Northoff
Northoff.Com Public Relations
Frankfurt/Main
+49 (0)69/408980-00
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