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Saarbrücker Zeitung: Pofallas CDU-Basis in Kleve schwer irritiert über Job-Pläne des Ex-Ministers - "Kein Bild, kein Ton"

Berlin / Saarbrücken. (ots) - Die CDU-Basis in Ronald Pofallas niederrheinischer Heimat Kleve ist über den geplanten Jobwechsel des früheren Kanzleramtsministers zur Bahn "irritiert, gelinde gesagt". Das äußerte der Kreisvorsitzende, der Landtagsabgeordnete Günther Bergmann, gegenüber der "Saarbrücker Zeitung" (Sonnabendausgabe). Er habe seit den ersten Meldungen ungefähr 50 Anrufe bekommen, sagte Bergmann. "Alle mit dem Tenor: Wir sind im Wahlkampf für den gelaufen, und jetzt das". Viele im Kreisverband glaubten zudem, "dass das mit dem neuen Job schon vorher klar war". Pofalla ist im Kreisverband Kleve CDU-Ehrenvorsitzender und hat das Direktmandat am 22. September mit 50,9 Prozent der Stimmen geholt, zum sechsten Mal. Sollte er es wegen seines Bahn-Jobs abgeben, würde von der Landesliste ein CDU-Politiker aus dem über 100 Kilometer entfernten Dortmund nachrücken. Das traditionell konservative Kleve wäre dann zum ersten Mal seit 1949 nicht mehr seitens der CDU im Bundestag vertreten. Bergmann kritisierte Pofallas Informationspolitik gegenüber der eigenen Basis. Er selbst sei nicht informiert worden und könne Pofalla nicht erreichen. Er gehe nicht an sein Handy. "Kein Bild, kein Ton", so der CDU-Kreischef. Bergmann erinnerte an die letzte Kreisvorstandsitzung mit Pofalla am 13. Dezember, die der Kanzleramtsminister um 21.00 Uhr verlassen habe, ohne ein Wort zu seiner Zukunft zu sagen. "Um 21.24 Uhr kam dann die Ticker-Meldung, dass er nicht mehr als Minister antritt". Später habe Pofalla ihm gegenüber den Verzicht damit begründet, dass er sich mehr seiner Familie widmen wolle, schilderte Bergmann.

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