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WAZ: Warum denn erst jetzt? - Kommentar von Stephanie Weltmann zur Ehe für alle

Essen (ots) - Ausgerechnet das in weiten Teilen erzkatholische Irland hat es uns 2015 vorgemacht. In einem Volksentscheid stimmten die Iren dafür, homosexuellen Partnern das volle Eherecht zu ermöglichen. Und in Deutschland? Ist es jetzt wohl der machtpolitischen Vorzeige-Taktiererin Merkel zu verdanken, dass dieser gesellschaftlich lange überfällige finale Schritt zur rechtlichen Gleichstellung homosexueller Partner endlich auch hier gemacht wird.

Dass dies eher nebenbei im anlaufenden Bundestagswahlkampf geschieht, ist wohl auch ein Zeichen für die gesellschaftliche Veränderung, die Deutschland erlebt hat. Man darf nicht vergessen: Erst 1994 wurde der Paragraf 175, der den Sex eines Mannes mit einem anderen lange unter Strafe stellte, nach erbittertem Kampf abgeschafft.

Darauf folgte 2000 das Gesetz zur Eingetragenen Lebenspartnerschaft, das Konservative erst anfochten (vergeblich) und das dann trotz allen Fortschritts für Homosexuelle immer noch den Unterschied betonte. Das Wort "Ehe" blieb mitsamt bestimmten Rechten etwa bei Adoptionen Hetero-Paaren vorbehalten. Hinter solch einer Abgrenzung steht ein verstaubtes Bild von Partnerschaft und Familie, das wir längst hinter uns gelassen haben sollten.

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