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WAZ: Soziales Antlitz statt Geschacher - Kommentar von Frank Meßing zum Handel

Essen (ots) - Lebensmittel sind in Deutschland unschlagbar günstig. Worüber wir Verbraucher uns freuen, hat aber seinen Preis: Der Konkurrenzkampf unter den Konzernen ist unerbittlich. Es geht um Wachstum, Verdrängung und Vormachtstellung. Kaiser's Tengelmann kann in dieser Schlacht nicht mehr mithalten. Auch um diese 450 Supermärkte wird nun mit allen Mitteln gerungen.

Die Handelsbosse haben sich zuletzt eher als Raufbolde aufgeführt. Sollten sie sich in dieser Woche tatsächlich an einen Tisch setzen und ernsthaft miteinander reden, haben sie die einmalige Chance, auch einmal ihr soziales Antlitz zu zeigen. Es wird höchste Zeit, dass die Branche auch für die 16.000 Mitarbeiter Verantwortung übernimmt, die seit zwei Jahren in der Luft hängen und zwischen wirtschaftlichen, politischen und juristischen Interessen zerrieben werden.

Wenn ein Unternehmen wie Kaiser's Tengelmann vom Markt verschwindet, werden zweifellos Arbeitsplätze verloren geben. Die Handelsbosse haben es aber in der Hand, ein Blutbad zu verhindern. Von einem Kompromiss, wie auch immer er aussehen mag, sollten am Ende Beschäftigte, die Firmen selbst und die Verbraucher profitieren können. Darum, und nicht nur um Marktmacht zu ringen, lohnt sich.

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