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WAZ: Wer klüger spaltet, bleibt weiter offen - Kommentar von Stefan Schulte zu Stromkonzernen

Essen (ots) - Die Frage, ob er nicht dem guten Beispiel von Eon-Chef Teyssen folgen müsse, hat RWE-Boss Terium lange genervt. Bis er seinen eigenen Weg fand. Auch er trennt Alt von Neu, bietet im Gegensatz zu Eon aber das Zukunftsgeschäft statt der alten Kraftwerke feil. Dass dieses sich besser wird verkaufen lassen, klingt plausibel. Und nach der niedrigen Bewertung der Eon-Tochter Uniper an der Börse dürfte sich Terium mit seiner Strategie vorn sehen.

Doch welcher Weg am Ende wirklich der bessere ist, lässt sich erst in Jahren bewerten. Gut möglich, dass RWE den besseren Start hinlegt. Doch zur Wahrheit gehört auch: Eon war nie so vermessen zu glauben, mit dem Altgeschäft ließe sich das große Geld machen. Teyssens Fokus liegt auf einer vollständigen Trennung, um wirklich neu anfangen zu können. Ob die Scheidungskosten zu hoch waren, wird sich frühestens 2018 zeigen. RWE bleibt langfristig Mutter der grünen Innogy und kann von einer erfolgreichen Ökotochter profitieren. Die offene Frage bleibt hier aber, was passiert, wenn die Mutter hilfebedürftig wird.

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