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WAZ: Zwei riskante Alternativen - Kommentar von Tobias Blasius

Essen (ots) - Die NRW-SPD hat beim Problemthema "Turbo-Abitur" nur die Wahl zwischen zwei riskanten Alternativen. Bleibt sie bei der bisherigen Absage an neuerliche Strukturdebatten könnte dies als politische Halsstarrigkeit gelesen werden. Der Anforderung, in bald sieben Regierungsjahren mehr Akzeptanz für "G8" zu erarbeiten, konnte Rot-Grün nicht gerecht werden. Es wurden so viele "Runde Tische" einberufen, dass manchem schon ganz schwindelig ist. Es sollte weniger Hausaufgaben, weniger Lernstoff, weniger Nachmittagsunterricht geben. Trotzdem sammelte eine Volksinitiative binnen weniger Wochen mehr als 100.000 Unterschriften gegen "G8", senkte die "Landeselternschaft der Gymnasien" den Daumen und spiegelten Meinungsumfragen immer wieder den Ärger in vielen Familien.

Acht Monate vor der Landtagswahl ist das keine gute Ausgangslage - zumal CDU-Oppositionsführer Laschet trotz eigener Ratlosigkeit bei dem Thema nur zuzuschauen braucht, wie sich die Landesregierung abstrampelt. Eine Kehrtwende hin zu einem neuen "G8 Flexi", wie sie der SPD-Landesparteitag in zwei Wochen beschließen könnte, ist gleichwohl ebenfalls voller Tücken. Solange kein fertiges Konzept vorliegt, könnten viele offene Fragen neue Unruhe in die Schulen tragen.

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