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WAZ: Gut gemeint, schlecht gemacht - Kommentar von Andreas Tyrock zur Inklusion

Essen (ots) - Menschen mit Behinderung nehmen wie selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teil, behinderte und nicht-behinderte Schülerinnen und Schüler werden gemeinsam unterrichtet, lernen dabei Akzeptanz und Respekt, Solidarität und Gemeinsinn. Das Inklusionsprojekt in NRW ist in seiner Idee ein vorbildliches Vorhaben. Umso schlimmer, dass es zugleich zu den traurigen Kapiteln in der Schulgeschichte des Landes gehört.

Denn in der Umsetzung hat die NRW-Schulpolitik versagt. An manchen Schulen mag es funktionieren, aber vielerorts gibt es nur Verlierer. Fachkräfte fehlen, Unterrichtsinhalte sind schlecht abgestimmt, die Betreuung ist nicht oder nur unzureichend gewährleistet. Genervte Schüler, überforderte Lehrer und enttäuschte Eltern suchen nach Auswegen. Gewerkschafter schlagen wieder einmal Alarm oder haben bereits resigniert, Beschwichtigungen aus dem Kultusministerium sind Schönwetter-Rhetorik.

Das Scheitern mag man nicht eingestehen, obwohl es doch so offensichtlich ist. Damit geht noch der Rest an Glaubwürdigkeit verloren. Gut gemeint, schlecht gemacht. Das ist die bisherige Bilanz des Inklusionsprojekts, das mit soviel Euphorie und Herzblut begann. Schade.

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