Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Richtige Idee, aber zu klein gedacht - Kommentar von Stefan Schulte zu Betriebsrenten

Essen (ots) - Geförderte Betriebsrenten für Geringverdiener sind der erste konstruktive Beitrag aus der Bundesregierung zur Bekämpfung von Altersarmut. Die staatliche Rente wird für viele Menschen, die künftig in Ruhestand gehen, nicht mehr reichen. Weil das Rentenniveau aufgrund der Alterung unserer Gesellschaft sinkt. Vor allem aber wegen der vielen unterbrochenen Erwerbsbiografien und Teilzeitkarrieren. Weder die geplante "Lebensleistungsrente", die 40 Beitragsjahre voraussetzt, noch lose Versprechen, das Rentenniveau einzufrieren, werden diesem Problem gerecht.

Die beiden weiteren Säulen der Altersvorsorge zu stärken, ist der richtige Ansatz. Das galt auch 2001 für die Riester-Rente - nur wurde sie fehlerhaft gestaltet mit allzu vielen Freiräumen für die Versicherer. Hier und bei Betriebsrenten nachzubessern, ist vielversprechender als ein neuerlicher Eingriff in die Rentenformel, wie er Gabriel und Seehofer vorschwebt. Allein: Der präsentierte Vorschlag bliebe für sich nahezu wirkungslos. 33 Euro im Monat schützen nicht vor Altersarmut. Zumal Betriebs- wie Riester-Renten auf die Grundsicherung im Alter angerechnet werden. Wer vorsorgt, obwohl er kaum einen Euro übrig hat, braucht die Gewissheit, dass dieses Geld zumindest nicht verloren geht.

Pressekontakt:

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de
Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: