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WAZ: Warum RWE einen Politprofi holt - Kommentar von Stefan Schulte zu RWE

Essen (ots) - Hildegard Müller war die rechte Hand der Kanzlerin und ist seit sieben Jahren Cheflobbyistin der Energiewirtschaft. Gute Voraussetzungen für eine führende Rolle beim kriselnden RWE-Konzern, der gerade versucht, sich neu zu erfinden?

Aber ja. In einer Branche, die längst mehr von Gesetzen denn vom Markt gesteuert wird, rutschen Einfluss und Akzeptanz im Berliner Regierungsviertel auf dem Anforderungsbogen für Manager weit nach oben. Leider.

RWE hat zu spät auf die Energiewende reagiert und gehört deshalb zu ihren Verlierern. Das soll sich nun ändern - mit der Aufspaltung und mit Müller. Sie hat sich zuerst als Politikerin, dann als Lobbyistin das Prädikat "durchsetzungsstark" erarbeitet.

Spannend wird nun sein, auf welcher Seite sie RWE helfen soll: bei der (freilich noch Jahrzehnte dauernden) Abwicklung der alten oder dem Siegeszug der erneuerbaren Energien? Für Letztere gilt es, Subventionen wie die Ökostromförderung zu verteidigen, für Erstere, ebendiese zu bekämpfen.

Als Cheflobbyistin der Gesamtbranche hat Müller diesen Widerspruch mit diplomatischem Geschick ausgehalten. Sie wird froh sein, sich bei RWE nun auf eine Seite schlagen zu können.

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