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WAZ: Kriminalität wird zu oft verwaltet - Kommentar von Frank Preuß zu Einbrüchen

Essen (ots) - Der Begriff von der inneren Sicherheit ist vielleicht nirgendwo zutreffender, als wenn es um den Schutz der eigenen Wohnung, um den Schutz des Privatesten geht. Wenn der Staat nicht alles dafür tut, um diesen zu gewährleisten, hat er ein Legitimationsproblem. Denn das gehört zu seinen Kernaufgaben. Wundert es, dass die Menschen in Deutschland sich vor Einbruch mehr fürchten als vor Terror? Nein, es ist naheliegend. Und wer je Opfer eines Einbruchs war, der weiß, wie tief sich das Gefühl der Ohnmacht in die Seele graben kann.

Es ist wohlfeil, wenn Polizeifunktionäre immer wieder zusätzliches Personal fordern. Aber falsch ist es nicht: Einbrüche werden in vielen Behörden zwangsläufig nur noch verwaltet. Es braucht aber dringend eine intensive Tatortbegutachtung und Nachbetrachtung, um Lagebilder anzufertigen, Systematiken zu erkennen und dann auch erfolgreicher zuzuschlagen. Das verlangt viel Kleinarbeit und Geduld - und Zeit, die der Polizei bei ihren mannigfaltigen Aufgaben kaum bleibt.

Natürlich ist es auch an Haus- und Wohnungsbesitzern, nicht erst in Sicherheit zu investieren, wenn es zu spät ist. Aber der Staat wird sich den Kampf gegen Einbruchskriminalität mehr kosten lassen müssen.

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