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WAZ: Spezialeinheit außer Kontrolle - Kommentar von Matthias Korfmann zum SEK-Skandal

Essen (ots) - Normalerweise dringt nichts von dem nach außen, was innerhalb eines Sondereinsatzkommandos der Polizei geschieht. Nun aber reibt sich die Öffentlichkeit verwundert die Augen: bizarre Rituale, ein Hubschrauber-Einsatz, um Polizisten auf einer Rheinbrücke zu fotografieren, jetzt die Randale frustrierter Beamter im Dienstzimmer.

SEKs scheinen ein Eigenleben zu führen. Das mag durch die extreme Belastung in diesem Dienst zu erklären sein. Akzeptabel sind solche Auswüchse aber natürlich nicht, auch wenn es sich um Männer handelt, die im Einsatz ihr Leben riskieren.

Offenbar schmoren diese Einheiten zu sehr im eigenen Saft. Die Gruppen sind klein, elitär, freischwebend. Dienst und Privates verschwimmen, das SEK wird zu einer Art Lebensgemeinschaft mit seltsamen Sitten. Um dies zu ändern, wären Vorgesetzte nötig, die den Bezug zur Außenwelt behalten. Führungskräfte, die nicht eine Ewigkeit nur in solchen Gruppen verbringen.

Alle Versuche, den lange schwelenden Skandal zu beenden, sind fehlgeschlagen. Er wurde im Gegenteil immer schlimmer. Peinlich für die Kölner Polizei, inzwischen aber auch für den Innenminister.

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