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WAZ: Der Koloss braucht Kontrolle - Kommentar von Frank Preuß zum WDR

Essen (ots) - Der ehemalige Verfassungsrichter Paul Kirchhof gilt als Vater des aktuellen Modells für die Rundfunkgebühr: Jeder muss zahlen, selbst wenn er keinen Fernseher und kein Radio besitzt.

Mit dem gesetzlichen Recht der öffentlich-rechtlichen Sender, immerhin rund 8,3 Milliarden Euro einzusammeln, hat Kirchhof stets auf die besondere Verpflichtung hingewiesen, die damit einhergeht: die Pflicht zur Transparenz. Wer zahlt, also jeder, hat einen Anspruch darauf zu wissen, was mit seinem Geld geschieht, welche Sendung für welche Summen gekauft und produziert wird.

Man darf Sender-Kolossen wie dem WDR nicht unterstellen, dass sie, wie im Fall des Gottschalk-Fiaskos, absichtlich etwas verheimlichen wollten; es gibt öffentlich zugängliche Berichte, in denen sie ihre Zahlen auflisten. Aber ein unzulängliches Gesetz, das nun endlich nachgebessert wird, hat es dem WDR ermöglicht, den Gottschalk-Deal ohne Rückfrage abzuschließen. Das Geflecht aus Tochterfirmen macht den Überblick für den, der hier kontrollieren will, auch nicht gerade leichter. Das aber ist dringend nötig und gilt natürlich nicht nur für den WDR.

Intendant Tom Buhrow immerhin hat den Wunsch nach mehr Information über die Megasummen, die er bewegt, erhört und stellt sich den Fragen in öffentlichen Runden, seit er im Amt ist: Das ist ein wichtiger erster Schritt.

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