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WAZ: Die Kernfrage ist noch nicht gelöst - Kommentar von Stefan Schulte zur Energiereform

Essen (ots) - Gabriels Ministerium hat geliefert: 127 Seiten Änderungsvorschläge für verschiedene Gesetze und Verordnungen, die den Strommarkt in Deutschland regeln. Diese Reform ist nach seinen eigenen Worten die wichtigste Entscheidung der Regierung in dieser Legislaturperiode. Sie soll den Weg ebnen für die von der Politik bisher eher im Zickzack-Kurs vorangetriebene Energiewende, sie unumkehrbar machen. Alte, klimaschädliche Braunkohleblöcke sollen vom Netz und als Reserve dienen für den weiter stark wachsenden, aber wetterabhängigen Ökostrom. Versorgungssicherheit und Klimaschutz in einem - das klingt schlüssig.

Die langfristig entscheidende Frage bleibt freilich ungeklärt: Wie sollen die mit jedem neuen Windrad schlechter ausgelasteten, aber noch auf Jahrzehnte für die Grundlast benötigten Gas- und Kohlekraftwerke rentabel bleiben oder wieder werden? Wir werden sie brauchen, solange sich überschüssiger Ökostrom nicht speichern lässt. Gabriel setzt auf den freien Markt, der in wind- und sonnenarmen Zeiten die Preise für konventionellen Strom in die Höhe treibt. Ob das reicht, ist ungewiss. Es wäre das erste Mal, dass der Markt die Verwerfungen staatlicher Regulierung auflöst.

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