Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Niemand darf abgehängt werden. Kommentar von Michael Kohlstadt zur Konjunktur

Essen (ots) - Deutschland geht es gut. Die größte Volkswirtschaft Europas ist Wachstumslokomotive des Kontinents und zählt zu den führenden Exportnationen der Welt. Dafür wird in diesem Land solide gewirtschaftet und hart gearbeitet. Zur Wahrheit gehört freilich auch, dass der munter vor sich hin brummende Wirtschaftsmotor von einem Treibstoff-Mix angetrieben wird, dessen Konsistenz unberechenbar bleibt: Euro-Schwäche, Niedrigzins und Ölpreistief - jedes einzelne dieser Bestandteile kann schnell versiegen. Deutschland darf sich also nicht ausruhen auf seinen Erfolgen. Die Sonderkonjunktur ist kein Selbstläufer. Manche Risiken sind sogar hausgemacht. Zur Sorge Anlass gibt etwa der Zustand der Verkehrswege. Die Sanierung von Straßen, Brücken und Wasserwegen wird Milliarden verschlingen und verläuft viel zu schleppend. Noch dramatischer ist der Rückstand in der digitalen Infrastruktur. Unter den bedeutenden europäischen Wirtschaftsnationen bildet Deutschland auf diesem Gebiet sogar das Schlusslicht. Auch die zunehmende Ungleichheit im Land kann den Wachstumsmotor empfindlich ins Stottern bringen. Die breiter werdende Kluft zwischen Arm und Reich ist dabei nicht nur ein individuelles Phänomen, sondern betrifft inzwischen ganze Regionen. Deutschland kann es sich aber schlichtweg nicht leisten, dass jemand abgehängt wird in diesem wohlhabenden Land. Weder Menschen noch Stadtteile.

Pressekontakt:

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de

Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: