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WAZ: Spohr hat gar keine andere Wahl. Kommentar von Stefan Schulte zur Lufthansa

Essen (ots) - Von ihrem Ruf der etwas feineren, etwas stilvolleren Fluglinie mit einem Hauch Luxus hat die Lufthansa viele Jahrzehnte gut gelebt. Allerdings war seinerzeit das Fliegen auch noch Luxus und die Lufthansa ein Staats-Monopolist. Beides ist lange vorbei. Billigflieger wie Ryanair haben das Flugzeug zu einem normalen Verkehrsmittel gemacht, das, clever gebucht, nicht selten sogar die Bahn im Preis unterbieten kann. Entsprechend haben sich auch die Erwartungen der Kunden verschoben - vom Sektchen über den Wolken zum Ticket-Tiefstpreis. Dafür verzichten die meisten gern auf etwas Service. Reicht fürs lange Wochenende in London das Handgepäck, wird's billiger - zumindest bei der Konkurrenz und dem eigenen Billigflieger Germanwings. Da Fliegen kein Luxus mehr ist, wird ihre ohnehin nicht mehr gar so penibel gepflegte Tradition für die Lufthansa mehr und mehr zum Ballast. Der Kranich kann gar nicht anders, als sich der Preispolitik der Mitbewerber auch mit der Kernmarke anzupassen und gleichzeitig das Billigsegment auszubauen. Vorstandschef Spohr mag sich damit im eigenen Laden keine Freunde machen. Doch er hat keine Wahl.

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