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WAZ: Schicksal in den Händen der Politik. Kommentar von Ulf Meinke zu RWE

Essen (ots) - Kaum ein Unternehmen in Deutschland ist derzeit ähnlich abhängig von politischen Entscheidungen wie der Essener Energieversorger RWE. Zugespitzt formuliert: Was das Unternehmen in Zukunft wert sein wird, liegt kaum noch in den Händen von Konzernchef Peter Terium. Das Sagen haben vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Auch das ist eine Form von Staatswirtschaft. Je nach Ausgestaltung einer Strafsteuer für Braunkohlekraftwerke könnten die Folgen für RWE verheerend sein. Andersherum: Kommt die Politik RWE an anderer Stelle entgegen, hätte dies eine stabilisierende Wirkung für den verunsicherten Konzern: RWE hofft schon lange darauf, dass der Einsatz von klassischen Kohlekraftwerken als Reserve an sonnen- und windarmen Tagen belohnt wird. Auch hier ist RWE-Chef Terium auf fremde Hilfe angewiesen. Kanzlerin Merkel und Minister Gabriel sollten nicht allzu lange warten, ein ausgewogenes Gesamtkonzept zu präsentieren, in dem die Balance aus Geben und Nehmen stimmt. Es hilft jedenfalls nicht weiter, auf die großen Gewinne der Konzerne in der Vergangenheit zu verweisen, wenn die Zukunft denkbar düster aussieht.

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