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WAZ: Einmischung in den Arbeitskampf - Kommentar von Matthias Korfmann zum Kita-Streik

Essen (ots) - Sigmar Gabriel ist gleichzeitig Wirtschaftsminister, Vizekanzler und SPD-Chef. Darüber hinaus hat er für sich eine weitere Rolle entdeckt: die als Privatmann.

Der Privatmann darf, was der Minister, Vizekanzler und Parteichef nicht darf. Zum Beispiel, sich in eine Pegida-Diskussion setzen. Der Privatmann Gabriel sagt etwas zum Kita-Streik, während sich der Minister nie in einen Tarifstreit einmischen würde.

Gabriel hat ja Recht, wenn er sagt, dass Erzieherinnen mehr Wertschätzung verdienten. Nur ist das am Vorabend eines Erzieherinnen-Streiks eben auch die größtmögliche Einmischung.

Dieses Einmischen in Arbeitskämpfe ist eigentlich verboten. Aber das scheint keinen mehr zu interessieren. Beim Bahnstreik tut die Politik schon gar nicht mehr so, als sei sie unbeteiligt. Gabriel, Dobrindt, Merkel üben Druck aus im Arbeitskampf der GDL. Etwas mehr Zurückhaltung stünde diesen Amtsträgern - und Privatleuten - gut.

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