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WAZ: Überschuss kein Grund zum Feiern. Kommentar von Matthias Korfmann zur Bundesagentur

Essen (ots) - Der Milliarden-Überschuss der Bundesagentur für Arbeit ist ein weiterer Beleg dafür, wie gut Deutschland derzeit dasteht. Während diverse EU-Partner seit Jahren in der Krise verkümmern, freuen wir uns über ein - nennen wir es ruhig mal so - Wirtschaftswunder. Unternehmen stellen Beschäftigte ein, die wiederum kräftig in die Sozialversicherungen einzahlen. Es spricht auch nichts dagegen, dieses Geld - oder zumindest einen großen Teil davon - auf die hohe Kante zu legen. Für schlechtere Zeiten, man kann ja nie wissen... Für die Bundesagentur ist das allerdings kein Grund, sich selbst zu feiern. Denn inmitten dieses "Wunders" und günstigster Rahmenbedingungen gelingt es ihr nicht ausreichend, Menschen in Arbeit zu vermitteln. Im Gegenteil: Kurzzeitarbeitslose brauchen wieder länger, um einen Job zu finden; hunderttausende Langzeitarbeitslose sind chancenlos, obwohl manche Regionen annähernd Vollbeschäftigung melden; und viel zu oft werden Jobsuchende nur an Leiharbeitsfirmen vermittelt. Bei der Arbeitsvermittlung sind also keine Erfolgsmeldungen in Sicht. Und die ist immerhin die Kernaufgabe der Agentur.

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