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WAZ: Energie ist keine sichere Bank mehr. Kommentar von Michael Kohlstadt zur Steag-Übernahme

Essen (ots) - Die Steag-Übernahme durch Stadtwerke aus unserer Region stand von Anfang an unter besonderer Beobachtung. In den Augen vieler Kritiker stürzen sich die finanziell klammen Kommunen dabei in ein privatwirtschaftliches Abenteuer mit ungewissem Ausgang. 1,2 Milliarden Euro mussten die Stadtwerke für die Übernahme der Evonik-Tochter hinblättern, ein Großteil davon wird über Kredite finanziert. Befürworter der Übernahme verweisen gebetsmühlenartig auf die gute Ertragslage des Essener Konzerns. Sicher: Noch immer lässt sich mit Strom Geld verdienen. Das ist auch im Falle der Steag so. Und damit kann man sogar Investitionen in die Stadtgesellschaft gegenfinanzieren, zum Beispiel den Nahverkehr. Doch wie das Beispiel des rasanten Kursverfalls der RWE-Aktie zeigt, sind kommunale Energiebeteiligungen längst keine sichere Bank mehr. Dass die Landesregierung die Genehmigung des Deals noch verweigert, steht indes nicht zu erwarten. Der Kauf müsste rückabgewickelt werden, die finanziellen Folgen wären unabsehbar. Die politischen nicht minder.

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