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WAZ: Kein Mitgefühl für Ebola-Opfer - Kommentar von Silke Hoock über die Ebola-Epidemie

Essen (ots) - Ebola ist eine Seuche, die vor allem Menschen befällt, die arm sind und schwarz. Menschen, die in der Landwirtschaft als Saisonkräfte arbeiten und in Ländern leben, wo eben noch Bürgerkriege Alltag in Armut bedeuteten. Ebola ist eine Seuche, die weit, weit weg ist. Ebola zeigt, dass wir bei menschlichem Leid mit zweierlei Maß messen.

Bilder von apathischen Kindern auf den Straßen Liberias oder von Leichen, die spärlich mit einer Plastikplane bedeckt sind, erreichen nicht die Herzen. Gemessen an der Spendenbereitschaft ist Ebola sogar das Schlusslicht. Während die Deutschen ihre Geldbeutel nachvollziehbar für Flüchtlinge aus Syrien öffnen, halten sie sich bei der Ebola-Hilfe aus nicht nachvollziehbaren Gründen deutlich zurück. Dabei braucht es vor allem Geld, um Isolierstationen und Behandlungszentren zu bauen und vernünftige hygienische Bedingungen zu schaffen, um das Virus einzudämmen. Um Menschen in Westafrika zu retten.

Warum nur reden wir ständig über Ebola, aber entwickeln kein Mitgefühl für die Erkrankten? Vielleicht liegt es daran, dass wir bei Ebola an Schwarze denken, die nichts von Hygiene halten, aus Krankenhäusern fliehen und abergläubisch, wie sie sind, noch ihre Toten umarmen. Wer an Ebola erkrankt ist, ist doch selbst schuld. Denken wir.

Doch Ebola hat den schwarzen Kontinent Richtung Europa verlassen. Spätestens jetzt müssen wir begreifen, dass wir fahrlässig waren beim Umgang mit dieser Seuche und gleichgültig mit den Erkrankten.

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