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WAZ: Die Lasten der Vergangenheit - Kommentar von Theo Schumacher

Essen (ots) - Mehr, mehr, mehr. Mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Steuerprüfer, mehr Justizbeamte. Mehr alles. Von der üppigen, ja ungezügelten Einstellungspolitik im Nordrhein-Westfalen der 70er- und 80er-Jahre träumen manche Gewerkschaftschefs immer noch. Die Ausgaben-Mentalität bleibt leider beachtlich weit verbreitet. Dabei ächzt der Haushalt längst unter den Spätfolgen von damals.

Man darf die Finanzlöcher von heute nicht den Staatsdienern von gestern politisch in Rechnung stellen. Sie haben ihre Arbeit gemacht. Der gern gepflegte Begriff "Pensionslast" ist deshalb bei ihnen zu Recht verpönt. Denn in ihren Ohren muss er wie ein Schuldvorwurf klingen.

Und doch ist der Spardruck hoch. Im Keller des nordrhein-westfälischen Finanzministeriums rattern keine Gelddruckmaschinen, auch wenn mancher Funktionär sie zu hören glaubt.

Zwar ist nicht alles potenzielle Kürzungsmasse. Doch jahrzehntelange Schutzzonen, die immerhin fast 95 Prozent des Personaletats ausmachen, können für Einschnitte nicht länger tabu sein. Das ist die schwierige Aufgabe für die rot- grüne Landesregierung - und die Herausforderung, der sich auch der Beamtenapparat stellen muss.

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