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WAZ: Die tiefe soziale Kluft bleibt. Kommentar von Frank Meßing

Essen (ots) - Top-Manager sollen gut verdienen. Daran gibt es keinen Zweifel. Sie tragen Verantwortung für Zehntausende Beschäftigte und müssen stets damit rechnen, abgelöst zu werden. Die Dax-Vorstände verweilen im Durchschnitt nur sechs Jahre im Amt.

Die neuesten Zahlen über die Pensionsansprüche aber zeigen, dass die moralische Debatte über Manager-Gehälter der letzten Jahre überhaupt nicht gefruchtet hat. Ein Dax-Vorstand hat einen 250-mal höheren Pensionsanspruch als seine Mitarbeiter an der Basis. Manche Unternehmen haben Betriebsrenten für neue Beschäftigte ganz abgeschafft oder gekürzt. Diese tiefe Kluft ist unanständig und durch nichts zu rechtfertigen.

Daran haben auch neue Transparenzregeln des Gesetzgebers und der 2013 eingeführte Corporate Governance Kodex, die das Auskungeln von Gehältern hinter verschlossenen Türen eigentlich beenden sollten, kaum etwas geändert. Versorgungsfragen sind immer noch ein Tabuthema in den Aufsichtsräten, in denen ja auch Arbeitnehmervertreter sitzen. Es wäre ja schon ein Erfolg, wenn auch die Pensionsansprüche der Vorstände am langfristigen Erfolg des Unternehmens bemessen würden.

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