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WAZ: Das Fernsehen ist erstarrt. Kommentar von Frank Preuß

Essen (ots) - Welchen Plan hat das mit Gebühren gemästete Fernsehen eigentlich für den Tag X in der Tasche? Wenn auch die letzte Abendshow kaum noch einer sehen mag, weil man der Pilawas und Pflaumes und dieser abgekupferten RTL-Spielchen irgendwann überdrüssig ist und das Publikum für die einfallslose Krimi-Monokultur von ARD und ZDF langsam wegstirbt? Oder verführen staatlich abgesicherte Kundeneinnahmen von acht Milliarden im Jahr zur Arroganz, sich mit dieser Frage nicht beschäftigen zu wollen? Frag nach bei Autoren, Regisseuren, bei Kreativen der Unterhaltungsbranche: Den Programmmachern fehlt der Mut zum Risiko, sie klammern sich ängstlich an vermeintlich Bewährtes und sind dabei, die Zukunft zu verschlafen. Eine Zukunft, in der heute noch junge Menschen sich die Programme nach ihrem Geschmack selber bauen. Das mag noch eine Weile dauern, schon weil es mit den technischen Voraussetzungen in der Breite noch hapert. Aber es wird so kommen. Wenn es so weit ist, würden ARD und ZDF endlich den Rechtfertigungsdruck spüren, den sie heute noch ignorieren. Es wäre zu spät.

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