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WAZ: Keine Wahlen im Supermarkt! Kommentar von Lutz Heuken

Essen (ots) - Manchmal mag man Nachrichten zunächst nicht glauben. Dass die SPD überlegt, Wahlen auch in Supermärkten und Postämtern abhalten zu lassen, gehört in diese Kategorie. Zweifellos ist es erschreckend, wenn - wie in Sachsen - nur noch jeder Zweite zur Wahl geht. Das zeugt von böser Ignoranz; offenbar ist vielen Bürgern ihr demokratisches Recht völlig gleichgültig. Wer aber zu träge ist, zur Wahlurne zu gehen, der sollte später bitte nicht über "die Politiker" herziehen. Einen Vorwurf muss sich auch die Politik gefallen lassen. Sie hat vor allem in der Ära Merkel eine völlige Entpolitisierung der Gesellschaft betrieben. Dabei gäbe es der Themen genug: Krieg und Frieden in der Ukraine, Waffenlieferungen in Krisengebiete, die soziale Spaltung der Gesellschaft. Würde hier ein breiter gesellschaftlicher Disput mit echten Alternativen stattfinden, gingen viel mehr Menschen in die Wahllokale. Auch in solche ohne Wursttheke.

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