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WAZ: Fußball gehört in die Kneipe - Kommentar von Frank Preuß

Essen (ots) - Als Helmut Rahn an jenem 4. Juli 1954 im Berner Wankdorfstadion das 3:2 erzielte, da saßen sie dicht gedrängt in den Kneipen im Revier beisammen und jubelten vor winzigen Schwarzweiß-Geräten. Oder sie standen im Pulk vor dem Schaufenster eines Elektrofachhandels, in dem ein Fernseher noch als technisches Wunderwerk bestaunt wurde. Fußball als gemeinsames Erlebnis, auch wenn es für ein Ticket im Stadion nicht gereicht hat, war stets ein großes, ein Menschen verbindendes Vergnügen.

Seit sich Bezahlsender der Live-Übertragungsrechte bemächtigt haben und die Sportschau hinterläuft, strömen die Fans aus ihren Wohnzimmern wieder in die Lokale, um Bundesliga oder Champions League an der Theke oder im Schankraum miteinander zu erleben. Fast wie in alten Zeiten. In denen nicht alles, aber manches besser war. Es wäre schade, machten die saftigen Beitragserhöhungen von Sky diese sympathische Kultur nun wieder zunichte. Es ist ja keine Frage, dass Wirte von Fußballübertragungen kräftig profitieren. Aber wer das Abo abbestellt, wird das gut durchkalkuliert haben: Nicht jeder kann so einen unverschämten Preissprung auffangen.

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