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WAZ: Gute Freunde sind nicht alles. Kommentar von Hanna Gersmann

Essen (ots) - Deutschlands größter Pflegedienst ist die Familie. Das stimmt, doch die Zeiten ändern sich. Die Pflege-Auszeit für Freunde und Nachbarn, die die SPD fordert, knüpft an die neuen gesellschaftlichen Realitäten an. Kinder und Eltern leben seltener als früher in einem Haushalt. Familie ist nicht mehr alles in dieser Gesellschaft, in der bald jeder Dritte über 60 ist. Darum ist es richtig, ein System jenseits der familiären Bindungen aufzubauen. Nur: Wer schon mal Angehörige gepflegt hat, weiß, wie kräftezehrend das ist. Das geht weit darüber hinaus, Zuspruch zu leisten oder täglich in der Klinik vorbeizuschauen. Und es ist viel verlangt. Gibt es die Bereitschaft, im Notfall da zu sein, dann ist das großartig. Doch freundschaftliche Pflege hat Grenzen. Es hilft alles nichts: Ohne mehr Fachkräfte wird es nicht gehen. Wer als Politiker die Fürsorge im Alter für alle will, muss dafür mehr Geld sichern.

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