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WAZ: Die Nato muss ihre Ostflanke sichern. Kommentar von Walter Bau

Essen (ots) - Zuerst die Annexion der Krim, dann die offensichtliche Unterstützung der ostukrainischen Rebellen aus Moskau - Wladimir Putins Expansionsdrang hat in den östlichen Nato-Staaten alte Ängste neu belebt. Vor allem in Polen und im Baltikum fühlt man sich von den westlichen Partnern alleingelassen, weil sie an der Ostflanke des Bündnisses mit Rücksicht auf russische Befindlichkeiten kaum Nato-Truppen stationieren. "Sicherheit ist unteilbar", mahnte gestern Polens Präsident Komorowski Richtung Westen. Und Litauens Präsidentin Grybauskaite warnte vor "großrussischem Chauvinismus". Gleichzeitig schickte Präsident Putin eine Botschaft aus dem Kreml. Russland werde sich gegen das Vorrücken von Nato-Truppen an seinen Grenzen wappnen. Vorrücken? Die Nato hat in den letzten Wochen gerade einmal 600 zusätzliche US-Soldaten in die Ost-Länder entsandt. Eine Bedrohung sieht anders aus. Gleichwohl kündigte Putin eine erhöhte Alarmbereitschaft der Einheiten auf der Krim und speziell in Sewastopol an. Die Nato hat ihre östliche Grenze sträflich vernachlässigt, weil von dort angeblich keine Gefahr mehr drohte. Mahner wie der scheidende Generalsekretär Rasmussen, der auf die vereinbarte Quote bei den Rüstungsausgaben pochte, wurden als unverbesserliche "Falken" abgetan. Eine Fehleinschätzung, die sich nun rächt. Putin, das zeigt sich immer mehr, ist in seinem Handeln unberechenbar. Darauf muss die Nato reagieren - mit einer militärischen Stärkung der Ostflanke, wie die Polen und Balten sie fordern.

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