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WAZ: Gehts raus und macht's nach - Kommentar von Klaus Wille

Essen (ots) - Louis Podolski ist sieben Jahre alt, und was waren das für schöne Bilder: Der Kleine schießt im Maracanã-Stadion Elfmeter aufs Tor, und sein Papa Lukas, gerade Fußball-Weltmeister geworden, hechtet nach dem Ball. Anrührend war das, weil es von Herzen kam: Ja, diese deutsche Mannschaft hat in Brasilien alles richtig gemacht, und das nicht nur sportlich. Bescheidenheit im Triumph, kein Anflug von Hochmut, keine verrutschte Geste: Das war der andere Sieg bei dieser WM.

Der Fußball hat viel für dieses Land getan, er hat ihm 2006 mit einem ungestümen Ritt durch den Sommer dabei geholfen, sich zu finden, entspannter zu werden, weniger streng mit sich umzugehen, ohne gleich wieder über die Stränge zu schlagen. Und er sorgt 2014 für einen der selten gewordenen Momente von Begeisterung, von einem Gefühl der Zusammengehörigkeit in einer immer komplizierter und fordernder werdenden Welt.

Mehr kann der Fußball nicht leisten. Deutschland hat die Welt erstaunt, und es gehört dazu, dass sich Kanzlerin, Präsident und Politiker in diesem Glanz sonnen. Nun liegt's wieder an ihnen. Franz Beckenbauer hat vor dem WM-Finale 1990 gesagt: "Gehts raus und spielts Fußball." Also: Gehts raus und macht's nach.

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