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WAZ: Ein Schlupfloch wie ein Scheunentor - Kommentar von Stefan Schulte

Essen (ots) - Die Regierung ermöglicht einigen Hunderttausend Menschen in Deutschland, früher in Rente zu gehen. Aber eine Frühverrentungswelle will sie damit nicht lostreten. Das verstehe, wer will.

Man kann die Rente mit 63 ja gerecht finden für Menschen, die seit ihrer Jugend durchgearbeitet haben. Aber wer ein solches Gesetz gegen alle Zeichen der Zeit des demografischen Wandels beschließt, sollte die Konsequenzen kennen. Indem die Regierung auch Arbeitslosenjahre gelten lässt, drängt sie weit mehr Menschen aus dem Beruf, als klug ist. Der Stichtag wird nicht verhindern, dass viele schon mit 61 ausscheiden, um zwei Jahre später in Rente zu gehen. Es gibt immer Schlupflöcher, das der Minijobs ähnelt eher einem Scheunentor.

Deshalb ist es auch unlauter, wenn Politiker Tricksereien beklagen oder erklären, sie wollten einen Missbrauch der Rente mit 63 verhindern. Wer ein Schlupfloch wie das der Minijobs nutzt, um mithilfe des Staates früher in Rente zu gehen, macht doch nur das, was ihm der Gesetzgeber ermöglicht. Wenn der Koalition das missfällt, sollte sie beim nächsten Mal die Folgen ihrer Gesetze besser abwägen.

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