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WAZ: Die liberale Wunderwaffe zündet nicht - Kommentar von Wilfried Goebels

Essen (ots) - FDP-Chef Lindner wusste, dass er sich mit dem Parteivorsitz auf ein Himmelfahrtskommando eingelassen hat. Wenige Wochen vor der Kommunal-und Europawahl stellt die FDP nun in den Umfragen fest, dass die liberale Wunderwaffe nicht zündet. In der glücklosen Ära Rösler haben die Liberalen massiv Vertrauen eingebüßt: Das kann die Ein-Mann-Spitze Lindner nicht über Nacht zurückgewinnen.

Während den Grünen die holprige Energiewende im Bund politisch in die Hände spielt, gelingt es den Liberalen bisher nicht, aus der Provinz heraus als Apo in Berlin zu punkten. Lindner verjüngt die Parteigremien, öffnet die FDP für sozialliberale Ideen - das Problem: Als Funktionspartei werden Liberale nicht gebraucht.

Lange gehörte die FDP zum festen Inventar der Bundespolitik. Heute fehlen die großen Namen, das liberale Profil als Steuersenker reicht nicht, die Bühne im Bundestag fehlt, um alternative Ideen zur Energiewende an die Wähler zu bringen.

Selbst bei der Europawahl droht der Europapartei FDP nach aktuellen Umfragen ein Debakel. Auch heute wird die Stimme einer Partei gebraucht, die für bezahlbare Energiekosten der Industrie und stabile Sozialkassen kämpft. Als Reformpartei hat die FDP aber derzeit kaum Gewicht.

Lindner bleibt nicht viel Zeit, um das liberale Profil zu schärfen. Die folgenlose Mäkelei in Talkshows reicht nicht. Die Landtagswahl 2017 in NRW wird zur Überlebenswahl. Derzeit bleibt nebulös, wie die FDP die Rückkehr in den Bundestag packen will.

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