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WAZ: Steuerpolitiker im Jagdfieber. Kommentar von Miguel Sanches

Essen (ots) - Es heißt immer, die erste Million sei die schwerste. Für Steuerbetrüger gilt das demnächst vielleicht umgekehrt: Ab einer Million Euro kein Pardon, keine strafbefreiende Selbstanzeige. Die Diskussion ist wie ein Thermometer: Gemessen wird die Fieberkurve unter Finanzministern. Das Jagdfieber hat sie mit dem Fall Hoeneß gepackt. Die Selbstanzeige führt dazu, dass Betrüger reinen Tisch machen. Die Straferleichterung ist der Anreiz. Wer pragmatisch denkt, hält daran fest. Wer beliebt sein will, spielt den scharfen Hund. Jeder strebt nach dem, was ihm fehlt: Geld oder Profil. Man kann die Vorschriften schärfer fassen. Stärker als die Androhung von Strafen wirkt aber die Furcht, erwischt zu werden. Der Ankauf von CDs mit Daten von Steuerhinterziehern wirkte, der Fall Hoeneß auch: Die Großen hängt man doch. Und wir stehen davor und gruseln uns aufs Angenehmste.

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