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WAZ: Verdis aggressive Streik-Strategie - Kommentar von Stefan Schulte

Essen (ots) - Das Verständnis der Bürger für den Streik im öffentlichen Dienst hilft Verdi und bringt den Bund in die Defensive. Eine Gewerkschaft, die das nicht ausnutzen würde, wäre dumm. Dabei reiht sich der Hauruck-Stil bei den Staatsbediensteten nur ein in die aggressive Streik-Strategie, die Verdi seit Jahren fährt. Früh und möglichst schmerzhaft Härte zeigen, lautete in etlichen Branchen die Devise. Der Erfolg gibt Verdi recht: Der im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens arg gerupfte Gemischtwarenladen unter den Gewerkschaften konnte ihren Mitgliederschwund stoppen.

Dass Verdi mit dieser rabiaten Art zuweilen aber auch übers Ziel hinaus schießt, musste die Gewerkschaft unlängst selbst zugeben. Als sie vor vier Wochen mit einem eher kleinen Streik der Sicherheitskräfte am Frankfurter Flughafen ziemliches Chaos auslöste, entschuldigte sie sich tags darauf bei den Fluggästen. Mit diesem Ausmaß habe man nicht gerechnet, hieß es. Nun, diesmal dürfte Verdi wissen, was den Leuten am Airport droht - und könnte sich gleich vorab entschuldigen. Denn das Verständnis der Reisenden dürfte nicht mehr so ausgeprägt sein wie bei anderen Betroffenen.

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