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WAZ: Toleranz an der Tonne. Kommentar von Tobias Blasius

Essen (ots) - Die Abfallgebühren sind im Vergleich zu den Stromkosten erfreulich stabil. Trotz ähnlich umwälzender Marktveränderungen. Das ist ein hohes Gut. Deshalb muss sich der neue Abfallwirtschaftsplan nicht nur an theoretisch vernünftigen Zielen des ökologischen Kreislaufs orientieren, sondern auch an Zumutbarkeitsgrenzen für die Bürger. Das heißt: keine bessere Reststoff-Verwertung um jeden Preis. Selbst für die deutschen Weltmeister im Mülltrennen dürfte bei zu starren Vorgaben für die Biotonne irgendwann eine Schmerzgrenze erreicht sein. Höhere Gebühren wegen zusätzlicher Abfuhrrhythmen oder neuer Verwertungsauflagen, eine braune Zwangstonne für alle oder Berge stinkenden Biomülls im Hochsommer - all das würde die Akzeptanz der Mülltrennung untergraben. Umweltminister Remmel tut deshalb gut daran, im vorsichtigen Dialog mit den Städten auszuloten, wie sich Recyclingquoten ohne Mehrkosten und -aufwand erhöhen lassen. Mit Freiwilligkeit und Gebührenanreizen ist in NRW eine Verwertungskultur entstanden, die nicht gefährdet werden darf.

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