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WAZ: Der Papst und der "Rolling Stone" - Kommentar von Jens Dirksen

Essen (ots) - Generationen von Rockmusikern träumten davon, mal auf dem Titelblatt des "Rolling Stone" zu erscheinen - und jetzt hat es ausgerechnet Papst Franziskus geschafft, ganz ohne E-Gitarre und Lederjacke. Man mag das abgeschmackt finden oder überdreht - es markiert allemal einen gewichtigen Wandel. Franziskus I. ist nur wenig älter als Mick Jagger, dessen Gesichtsgebirgslandschaft an dieser Stelle ja auch niemanden wundern würde.

Entscheidender aber dürfte sein, dass ausgerechnet der Papst, der gegen das Establishment der Kirche vorgeht, jenes Rebellentum verkörpert, das die Rockstars früher umwehte wie ein Parfüm aus Freiheit. Franziskus, wenn man es flapsig sagen wollte, rockt den Vatikan.

Der wiederum hat den Artikel im "Rolling Stone" kritisiert: Er sei zu oberflächlich; er stelle Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. zu negativ dar, um dessen Nachfolger umso glänzender dastehen zu lassen. Da ist etwas dran. Franziskus will mit seinem beinahe reformatorischen Programm ja nicht zu neuen Ufern aufbrechen, sondern die Kirche zu ihrem Kern, zu ihren alten Werten zurückführen. Mit Rock 'n' Roll haben die nicht ganz so viel zu tun.

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