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WAZ: Die A40 als Sozialäquator. Kommentar von Thomas Wels

Essen (ots) - Das Ruhrgebiet verdient nicht nur dank seiner Vielfältigkeit eine differenzierte Betrachtung, sie ist auch zwingend nötig. Das belegen die Zahlen des Schuldneratlas' von Creditreform einmal mehr. Südlich der A40 scheint die Sonne auf die Lebensverhältnisse deutlich häufiger als nördlich davon. Es gibt in Europa wohl keinen Ballungsraum mit fünf Millionen Einwohnern, der von einer derartigen Kluft durchzogen ist. Das Image der Metropolregion wird stark geprägt von den Nöten im Norden, weil es so schön zu den Vorurteilen passt. Die Sicht von außen ist blind für Stadtteile, in denen der Wohlstand zu Hause ist. Das lässt sich nur mühsam ändern. Was sich ändern muss, ist die Bundespolitik. Wie sollen Stadträte in Dortmund, in Oberhausen oder Gelsenkirchen mit der Spaltung umgehen, wie eine positive Sicht entwickeln, wenn sie zusätzlich zu den ohnedies vorhandenen Schulden auch noch neue aufnehmen müssen, um Soli-Schecks nach Ostdeutschland zu schicken?

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