Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Der graue Markt braucht Grenzen - Kommentar von Stefan Schulte

Essen (ots) - Wer eine Aktie kauft, weiß, dass sie auch fallen kann. Wer ein Genussrecht an einem Unternehmen erwirbt, sollte ebenfalls wissen, dass er damit Geld verlieren kann, im schlimmsten Fall alles. Genau das ist aber vielen Kleinanlegern eben nicht bewusst. Sie werden gelockt mit dem Versprechen von Mindestzinsen in traumhafter Höhe. Ein Mindestzins klingt sicher, ist es aber nicht. Denn es ist ein Zins auf möglicherweise schrumpfendes oder im Pleitefall gar komplett verzocktes Kapital. Solche Tücken am "grauen Kapitalmarkt" kritisieren Anlegerschützer seit Jahren. Auch jetzt fordern sie wieder, diesen unregulierten Markt an die Kandare zu nehmen. Etwa mit einem Verbot, derlei Produkte zu bewerben. Die Politik verspricht seit fünf Jahren eine schärfere Regulierung der Kapitalmärkte. Dem grauen Markt ist aber nach wie vor eigen, sich staatlicher Kontrolle gar nicht erst stellen zu müssen. Eine Einladung für dubiose Anbieter. Die Geprellten enthebt das nicht ihrer Eigenverantwortung. So trickreich Finanzvermittler ihnen die Produkte angedreht haben mögen - dass bei Zinsen, die überall gen null tendieren, sechs Prozent nicht sicher sein können, kann man ahnen.

Pressekontakt:

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de

Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: