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WAZ: Die Debakel der Bahn - Kommentar von Dietmar Seher

Essen (ots) - Die Bahn im Boom. Zwei Milliarden Passagiere. Fast drei Milliarden Euro Gewinn. Zuwachs auf der Schiene, wo die Fliegerei einbüßen muss und die Zulassungszahlen für Kraftfahrzeuge zurückgehen. Und dann das: Die Zahl der Beschwerden war noch nie so hoch. Verspätungen. Zugausfälle. Alte und neue Kunden sind sauer. Verkraftet der Staatsbetrieb sein Glück nicht?

Er sollte vorsichtig sein mit Schuldzuweisungen. Flut und Stürme? Die Bahn hat mal anders geworben: "Alle reden vom Wetter. Wir nicht." Die fehlenden Züge? Wenn Siemens beim ICE Mist gebaut hat, darf der Bahnvorstand nicht nur auf den Missetäter zeigen. Er muss für Ersatzkapazität sorgen. Gab es die?

Anderer Ärger auf den Bahnhöfen ist hausgemacht, wenn auch die Fehlentscheidungen, die dahin geführt haben, in früheren Vorstands-Amtszeiten zu suchen sind: Das Debakel in Mainz, ausgelöst durch eine falsche bundesweite Personalsparpolitik in den Stellwerken, hätte nicht passieren dürfen.

Die Deutschen beschweren sich über ihre Bahn. Aber das tun sie auch, weil sie sie brauchen und stolz auf sie sind. Und - ja, auch ein bisschen - lieb haben?

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