WAZ: Mit "Bio" hat das nichts mehr zu tun - Kommentar von Matthias Korfmann

Essen (ots) - Was kann man heute eigentlich noch essen? Diese Frage stellt sich gerade. Pferdefleisch in der Lasagne oder im Schweden-Fleischbällchen; Bio-Eier, die gar keine sind - verkauft wird alles, was sich zu Geld machen lässt. Auch wenn sich dabei der Magen des Käufers umdreht. Oder er sich schlicht betrogen fühlt, wenn er merkt, dass er für normale Eier den hohen "Bio"-Preis bezahlt hat. Was kann man heute noch essen? "Eigentlich nichts mehr", ist schnell dahergesagt. Unsere Großeltern haben Zeiten erlebt, in denen das, was wir heute schlechtes Essen nennen, ein edles Mahl war. Pferdefleisch und Eier. Hat mancher von geträumt. Und doch nur Pellkartoffeln mit Quark bekommen. Dass uns nun so schlecht wird, bei diesen Eier- und Fleisch-Geschichten, liegt wohl daran, dass wir nicht mehr begreifen können, wie dieses Essen hergestellt wird. Ställe, die wie Fabriken funktionieren, sind nicht gut. Jeder weiß das. "Bio" kommt von "Leben". Was ist das für ein Leben, wenn 30 000 Vögel in einer Halle nebeneinander existieren? Das geht nicht mit der Bio-Idee zusammen. Das ist Hühnerkacke. Was kann man heute noch essen? Vielleicht die einfachen Lebensmittel. Vom Feld nebenan. Essen, bei dem man sich nicht fragen muss, was da eigentlich drin ist. Unsere Sinne sind gut, wenn es darum geht, schlechte und gute Nahrung zu unterscheiden. Dem eigenen Geschmack und dem Bauchgefühl ist mehr zu trauen als der netten Verpackung und dem günstigen Preis.

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