WAZ: FAO-Chef fordert Ende der Agrarspekulationen

Essen (ots) - Der Generaldirektor der Welternährungsorganisation, José Graziano da Silva, fordert, den Agrarspekulationen der Finanzbranche Einhalt zu gebieten. "Ich bin für eine stärkere Regulierung, insbesondere des Derivatemarktes, der die Preise für Agrarrohstoffe extrem beeinflusst. Hedgefonds spielen hier eine wichtige Rolle. Wenn die Preise steigen, drücken sie, wenn es keine eindeutige Regulierung gibt, das Niveau weiter nach oben. Fallen sie, schieben sie sie noch weiter nach unten. Das hilft niemandem und führt zu Inflation. Dabei verliert jeder", sagte er den Zeitungen der WAZ-Gruppe (Montagsausgaben). Zuvor hatte die Deutsche Bank am Rande der Grünen Woche in Berlin erklärt, weiter Finanzgeschäfte mit Nahrungsmitteln anbieten zu wollen. Eine Prüfung habe ergeben, dass sie keine Auswirkung auf die Nahrungsmittelpreise hätten. Dem widersprach der FAO-Chef: Für die Entwicklung der Landwirtschaft in unterentwickelten Ländern sei ein gutes Umfeld wichtig. "Doch momentan haben wir spekulative, schwankende Preise. Das sind keine guten Bedingungen für Investitionen", sagte Graziano da Silva. Am besten wäre eine Selbstregulierung der Finanzbranche gegen die Spekulation im Agrarsektor.

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